Matthyas Jenny am Tag der Poesie mit Gedichplakaten
Matthyas Jenny am Tag der Poesie vor rund 30 Jahren... (© Claude Giger)

Ins Leben gerufen wurde der Tag der Poesie, wie viele andere Literaturprojekte auch, vom Basler Kulturpreisträger und unermüdlichen Literaturaktivisten Matthyas Jenny. Nach einem langen Unterbruch gibt es ihn seit 2012 wieder - er findet jeweils am zweiten Samstag im September statt.
Realisiert wird der Tag der Poesie vom Vorstand des Vereins Poesietag, Präsidentin ist die Studentin Alisha Stöcklin.

Matthyas Jenny beim Aufstellen vn Poesieplakaten
Matthyas Jenny beim Aufstellen von Poesieplakaten

Tag der Poesie

1979 fand der 1. Tag der Poesie in Basel statt. Matthyas Jenny schrieb in seinem ersten Ankündigungsschreiben, dass «in Anbetracht der die Menschen überwältigende Werbeflut und im beginnenden Zeitalter der Elektronik eine ‹Gegenmacht› aus Poesie für die Bevölkerung aufgebaut werden muss». Dichterinnen und Dichter wurden aufgefordert, Gedichtflugblätter herzustellen und diese am letzten Samstag des Monats März des Jahres 1979 in ihren Städten zu verteilen. Gleichzeitig stellte Matthyas Jenny in Handschrift 60 Gedichtplakate im Format 70 x 100 her, befestigte diese auf selbst gefertigte Holzrahmen, steckte sie in Betonsockel (so genannte Elefantenfüsse) und stellte sie auf belebte Plätze, bei Tramhaltestellen, in Fussgängerzonen und Parks für die Passanten auf. Ferner wurden die Zeitungen aufgefordert, an diesem Tag Gedichte abzudrucken; ein Aufruf, dem fast alle Zeitungen in der Schweiz nachkamen.

Der Anlass entwickelte eine starke Eigendynamik: Die Beteiligung war gross und die Autoren innovativ und engagiert: überall fanden Spontanlesungen statt. Der Tag der Poesie wurde vom Initianten Matthyas Jenny bis 1988 jedes Jahr durchgeführt (immer in einer anderen Stadt in der Schweiz u.a. in Basel, Sarnen, Liestal, Zürich, Bern, St. Gallen – und Leute in anderen Städten folgten seinem Beispiel und riefen den Poesietag u.a. in Kassel, Hamburg und sogar in San Francisco aus). Seit dem Jahr 2000 gibt es, getragen von der UNESCO, den »Welttag der Poesie« (jeweils am 21. März).

 

Kein Tag der Poesie verging, ohne dass die Tagesschau darüber berichtete!

 

Am 3. Tag der Poesie 1981 wurde auf Initiative des Schriftstellers
Hans Peter Gansner im Kannenfeldpark Basel, nebst vielen anderen Aktionen,
auch ein „Baum der Poesie“ gepflanzt.

Alisha Stöcklin pflanzte am 18.11.2016 einen neuen Baum der Poesie im Kannenfeldpark, weil der alte mittlerweile entfernt wurde. Gepflanzt wurde ein Chinesischer Parasolbaum.

 

Nach 24 Jahren fand der Tag der Poesie 2012 erstmals wieder statt, projektiert, realisiert und in den Jahren 2013, 2014, 2015 weitergeführt und ausgebaut von der Studentin Alisha Stöcklin (getragen vom Verein Poesietag).

Herzlichst dankt der Vorstand des Verein Poesietag den teilnehmenden DichterInnen, MusikerInnen und KünstlerInnen, dass sie ohne Honorar auftreten, allein im Dienst der Sache – für Lyrik und Poetisches im öffentlichen Raum – und damit die Durchführung massgeblich ermöglichen.

Ein grosses Dankeschön an die Vereinsmitglieder, dass sie mit ihren Mitgliederbeiträgen das Projekt unterstützen.

Vielen lieben Dank allen, die unsere Projekte ideell unterstützen und uns damit den Rücken stärken.